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Im Fokus: Kettcars neues Album

© Peter Heckmeier - Fotolia.com

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Vor zehn Jahren begann in Münster im “Gleis 22″ eine ganz große Karriere: Kettcar feierten dort kürzlich ihr 10. Jubiläum und die Veröffentlichung ihres neuen Albums “Zwischen den Runden”. Die Fragen, denen die fünf Hamburger in ihren rockigen Songs nachgehen, sind über die Jahre dieselben geblieben: Nachbohren, wo man besser einfach nicken sollte. Kritisieren, was allgemein gar nicht problematisiert wird. So ist er eben, der so genannte Deutsch-Rock: Intellektualität zum Mitgröhlen und Verlieben.

Das Debut der fünf Hamburger “Du und wie viel von deinen Freunden” war eine kleine Revolution in der deutschen Musikszene. Viele Musiker und Bands nennen Kettcar als eines ihrer großen Vorbilder. Viel Respekt gebührt ihnen in der Tat nicht nur für den einst erfundenen, sehr individuellen Rock- und Schreib-Stil, sondern auch und vor allem dafür, dass es Kettcar nie um kommerziellen Erfolg ging. Das ist auch bei dem neuen Long Player so: Hier wird kein stereotyper Fan bedient mit Kettcar-Klischees und alten Liedern in neuem Gewand, wie es bei vielen längere Zeit aktiven Musikern leider so häufig passiert.

Kettcar schaffen es mit ihrem neuen Album, die Schutzhülle aus Bequemlichkeit, Sarkasmus und Saturiertheit zu sprengen, die viele Europäer im 21. Jahrhundert ganz unbewusst angelegt haben. In “Zwischen den Runden” erscheint das Leben wie ein ständiger Kampf – man fühlt sich ein bisschen an den Geist von Albert Camus’ “Sisyphos” erinnert. Auch schon vor Jahren hieß es von den fünf Hamburgern: “Einsehen zum Schluss, das man weitermachen muss” – und das ist auch das Plädoyer, das “Zwischen den Runden” mit seiner Boxkampf-Metapher im Sinn hat. Wenn es Kettcar denn wirklich um ein Plädoyer ginge, und nicht einfach um ehrliche, echte Songs über die Absurdität des Lebens und der Liebe.

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